Pflege hautnah – Politiker im Pflegepraktikum

19. September 2016 | Redaktion | Ausbildung, Wirtschaftsnachrichten

Bundestagsabgeordnete Monika Lazar auf Stippvisite im Maternus Seniorenzentrum Angelika-Stift

Leipzig – Jedes Jahr bieten der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) interessierten Politikern “Praktika” in Pflegeeinrichtungen an. Im Rahmen dieser Initiative besuchte die Bundestagsabgeordnete Monika Lazar (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) am 15.9.2016 das Maternus Seniorenzentrum Angelika-Stift in Leipzig.

Dort leben insgesamt 168 Bewohner. Sie haben die Möglichkeit, trotz altersbedingter körperlicher beziehungsweise geistiger Beeinträchtigungen, in familiärer Atmosphäre gemeinsam ihren Tag zu gestalten. Nachdem die prominente Praktikantin einen Einblick in die Abläufe der Einrichtung und die Möglichkeiten moderner Altenpflege gewonnen hatte, schilderte sie die Motivation ihres Besuches. “Aufgrund des demographischen Wandels ist die Pflege eines der wichtigsten sozialen Themen unserer Gesellschaft und braucht die richtigen Rahmenbedingungen, um tagtäglich den hohen Qualitätsansprüchen der Menschen gerecht zu werden. Mir ist es daher wichtig, hierfür ein offenes Ohr zu haben und die Auswirkungen der Politik in der Realität zu erleben.”

Monika Lazar (rechts) von der Partei Bündnis90/DIE GRÜNEN begleitet einen Tag die Arbeit in der Pflegeeinrichtung Maternus Seniorenzentrum Angelika-Stift in Leipzig. Im Gespräch mit Heike Formann, Regionaldirektorin der Seniorencentren Maternus Ost und stellvertretende Vorsitzende im bpa-Landesvorstand Sachsen sowie Pflegefachkraft Jens Ingermann nahm sie gemeinsam mit den Bewohner am Frühstück teil und informierte sich über Wissenswertes zur Medikamentengabe. Quelle: "obs/bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V./Frank Schütze"

Monika Lazar (rechts) von der Partei Bündnis90/DIE GRÜNEN begleitet einen Tag die Arbeit in der Pflegeeinrichtung Maternus Seniorenzentrum Angelika-Stift in Leipzig. Im Gespräch mit Heike Formann, Regionaldirektorin der Seniorencentren Maternus Ost und stellvertretende Vorsitzende im bpa-Landesvorstand Sachsen sowie Pflegefachkraft Jens Ingermann nahm sie gemeinsam mit den Bewohner am Frühstück teil und informierte sich über Wissenswertes zur Medikamentengabe. Quelle: “obs/bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V./Frank Schütze”

Heike Formann, Regionaldirektorin der Seniorencentren Maternus Ost und gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende im bpa-Landesvorstand Sachsen, nutzte die Gelegenheit, um ihre Bedenken hinsichtlich der geplanten Reform der Pflegeausbildung zum Ausdruck zu bringen: “Die geplante Zusammenlegung der bisherigen drei Pflegeberufe zu einer sogenannten generalistischen Pflegeausbildung trägt nicht zur dringend benötigten Attraktivitätssteigerung der Pflege bei. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass es zu einer Abschaffung des Altenpflegeberufes kommt und sich die Pflegekräfte auf die Krankenpflege konzentrieren. Ein geringerer Praxisanteil, weniger Fachwissen und ein daraus resultierender Anstieg des Fachkräftemangels wären die fatalen Folgen.” Lazar versprach, die im Rahmen des Praktikums gesammelten Erfahrungen in die Gespräche mit ihren Kollegen im Gesundheitsausschuss des Bundestages mitzunehmen. “Der demographische Wandel hält zahlreiche Herausforderungen bereit. Der Pflege kommt dabei ein besonders wichtige Position zu”, so Lazar.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 500 in Sachsen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 275.000 Arbeits- und ca. 21.000 Ausbildungsplätze (www.youngpropflege.de, www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 21,6 Milliarden Euro.

Quelle: ots